Ökofaser waren erst der Anfang der so genannten “Grünen Mode”. Denn inzwischen achten ökosensible Endverbraucher und Designer nicht nur auf die Fasern sondern auch auf die Textilfarben. So kommt es, dass Auswüchse der Botanik wie Krappwurz, Waid und Goldrute, Resede, Erlenrinde oder rote Zwiebelschale nicht nur Adepten der heiligen Hildegard von Bingen ein Begriff sind, sondern auch und gerade den Verfechtern einer nachhaltigen Mode und Pflanzenfärberei.
Noch können Anbieter keine als ökologisch ausgewiesene Kollektionsteile in knalligem Pink, peppigem Gelb oder sattem Schwarz unters modebegeisterte Volk bringen und darauf hinweisen, dass das Konzept der Nachhaltigkeit auch beim Farbtopf eine Rolle gespielt hat. Denn grelle Farben sind durch pflanzliche Färberei schwer zu erreichen. Dafür sind aber andere Farben denkbar und möglich. Ein kräftiges Rot sollte zum Beispiel durch den Einsatz der Krappwurz bald möglich sein.
Das alles will die Firma Colors of Nature möglich machen. Ursprünglich am österreichischen Ökologieinstitut entstanden als Pflanzenfarben-Projekt, ist Colors of Natur seit 2008 ein eigenständiges Unternehmen, welches in Kooperation mit der Universität Innsbruck, zwei Investoren und drei Biobauern arbeitet. Dass am Unternehmen nicht nur Forscher sondern auch Bio-Landwirte beteilgt sind, hat seine Gründe: sie sind deshalb mit im Boot, weil die Färbpflanzen auch irgendwo angebaut werden müssen. Damit die Ökobilanz bei der Extraktion von Farbstoffen so positiv wie möglich ausfällt, soll so weit wie möglich auf eine sogenannte Kaskadennutzung zurückgegriffen werden. Das bedeutet: Je weniger Rohstoffe alleine für die Gewinnung der Färbemittel angebaut werden, desto besser. Denn einige Zutaten können die Kolorierer als Reststoffe der Lebensmittelindustrie bekommen: so zum Beispiel rote Zwiebelschalen oder schwarzen Tee. Baumrinde, aus der Tannine extrahiert werden, kann wiederum die Holz verarbeitende Branche liefern. Bei der Gewinnung der Pflanzenfarbstoffen sollen nicht alle Kräuter aus dem mittelalterlichen Klostergarten zum Einsatz kommen, sondern nur diejenihen, die die Umwelt weniger als synthetische Rohstoffe belasten.






Ich finde den Trend hin zur grünen Mode wirklich gut. Man sollte auch in anderen Bereichen ein wenig mehr Ökologie an den Tag legen.